Familie Tebrügge, die uns den 3,5 Tonner vermietet hatte, wartete schon auf uns. Der Zustand war tadellos, genauso wie wir ihn bekommen haben, fast zumindest. Ausschließlich die Profiltiefe der Reifen hatte sich nach mehr als 4.000 Kilometer minimiert.
Wir erzählten von unzähligen Eindrücken von unserer Fahrt und bedankten uns letztlich ganz herzlich. Übrigens die 500€ Kaution gab es locker, flockig zurück.
Den Abend haben wir vor dem Fernseher ausklingen lassen. Neben einer relativ souveränen Leistung haben sich die Italiener völlig verdient ins Viertelfinale geschossen und sind nun unser Gegner am Samstag. Erster Kommentar zum Spiel: "Haun wa wech"
Das zweite Spiel zog mich aber nochmal, trotz Müdigkeit, vom Sofa. Die kämpfenden isländischen Wikinger, mit ihren Fans haben sich sicherlich nicht nur bei mir in die Fußball-Herzen der EM geschossen. Was wir schon live beim ersten Spiel gegen die Portugiesen für unbeschreiblich hielten, zieht sich einfach durch das ganze Turnier. Diese sympathische, familiäre und kämpfende Truppe hat es bisher mehr als verdient im Viertelfinale zu stehen. Die Three Lions, mit ihren millionenschweren Superstars haben mal wieder eine Lektion erhalten und das hat mir sehr gefallen.
Heute Morgen ging der Wecker dann wieder viel früher als die Tage zuvor. Auf der Arbeit angekommen, war es wirklich interessant wie die Leute bisher die EM vor den Bildschirmen wahr genommen haben, im Vergleich zu dem was ich zu berichten hatte.
Ausdrücke wie Hooligans, Krawalle, Streiks, kaum Stimmung, viel zu langweilig konnte ich zum Glück nicht bestätigen. Die Presse berichtet leider viel zu oft einfach nur über das negative, das was man eigentlich nicht lesen mag. Das brennt sich in den Köpfen ein und vermittelt einen falschen Eindruck. Wir haben uns bisher zum Glück selber ein Bild davon gemacht. Vielleicht waren wir aber auch oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort - jetzt klopfen wir alle mal auf Holz:D
So noch 4 mal schlafen und dann geht es gegen die Unbesiegbaren Italiener, wie es für uns scheint, aber papalapapp! Einen Weltmeister schlägt man nicht einfach mal so.
Am Samstag in der Früh, in der ganz Früh sogar, geht es dann wieder nach Frrrrrankreich. Während sich die Kollegen Fondermannsson, Wintersson und Rüsensson mit dem PKW knapp 1.200 Kilomter mit dem Fahrdienst bla bla Car (Mitfahrzentrale) auf den Weg machen, fliege ich mit meiner Freundin ab Amsterdam nach und bin gespannt wie die Jungs dort ankommen.
Nun ja was lade ich heute noch für ein Bild hoch, vielleicht mein bisheriges Lieblingsbild der EM. Ist zwar dann doppelt, aber hält ja bekanntlich länger.

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