Freitag, 17. Juni 2016

Schlafen, Frühstücken, Taxi, Rennen, Zug, Nizza

Unser zweites Spiel ist vorbei, wir haben 4 Punkte, sind Tabellenführer und das war es. Mehr zählt eigentlich, aber wie Jerome Boateng gestern richtig gesagt hat: "Mit der Leistung kommen wir nicht weit" Der Meinung sind wir auch. Das war gestern gar nichts, gähnende Langeweile, keine Gesangsduelle auf den Rängen, keine hitzigen Zweikämpfe auf dem Rasen, einfach nichts, Schade. Da hätten wir uns um einiges mehr erwartet. Aber was ja nicht ist kann ja noch werden. 

Wir haben gestern jedenfalls eine fröhliche Stimmung zwischen den polnischen und deutschen Fans verspürt. Keine Schlägereien, keine Anfeindungen, keine Provokationen. Alles tip top, so sollte es immer sein. Die Sicherheitskontrollen waren diesmal eher schlecht als recht, ungewöhnlich. Unseren Rucksack den wir alle mithatten wurde teilweise gar nicht kontrolliert. Dosen, Duschgel, Deo wir waren im Stade de France gut ausgestattet. 

Ja zum Spiel habe ich ja schon ein paar negative Zeilen geschrieben, das sollte dann auch reichen. Gegen die Nordiren muss eine Steigerung her und vor dem Spiel ist nach dem Spiel - 2€ ins Phrasenschwein.

Nach Abpfiff setzen wir uns noch in einen kleinen Pub und warteten bis die Menge abgezogen war. Es passierte nichts spektakuläres mehr und irgendwann waren wir im Hotel und genossen die weiche Matratze. 

Jetzt bitte aufpassen:
6 Stunden später klingelte der Wecker, wir machten uns frisch und zogen zum Frühstücksbüffet. Ja was soll ich groß zum Frühstück sagen, typisch französisch, aber das es keine Teller und kein Aufschnitt gab war uns nicht bewusst. Croissant, Butter, Kaffee und ein Joghurt haben uns aber auch gereicht. Unser heutige Plan besteht eigentlich nur aus Zug fahren, etwas von den letzten Tagen erholen und abends ein Spiel gucken. Ersteres ging schon fast in die Buchse. Pünktlich bestellten wir uns ein Taxi vom Hotel zum Bahnhof, auf der 5 Kilometer langen Strecke war aber so ein heftiger Stadtverkehr das wir nicht vorwärts kamen. Alles stand, nichts ging mehr und wir kamen in Sorge. Zugabfaht war 9:21 Uhr und wir kamen um 9:26Uhr am Bahnhof Gare de Lyon an. Aber auch nur weil wir 1 Kilometer vorher aus dem Taxi sprangen, die Beine in die Hand nahmen und los sprinteten. 

Nach wenigen Meter kam ich ins Schwitzen und musste abreißen lassen, Digi flog förmlich durch die Straßen von Paris. Eigentlich wäre der Zug weg gewesen, aber zum Glück haben sich hier die Franzosen eine Scheibe von den deutschen abgeschnitten. Unser Zug hatte Verspätung - Jawoll. Endlich mal wieder sowas von Glück gehabt. Gerade als wir unsere reservierten Plätze einnahmen, rollte der Zug um 9:30 Uhr Richtung Nizza los.

Stichwort Nizza: Vor uns liegen knapp 600 Kilometer Bahnschienen bis wir endlich wieder an der Küste sind. Um 15:00 Uhr trifft unser TGV (der übrigens abgeht wie Schmitz  Katze) dann in Nice (franz.) ein. Dort schauen wir uns am Strand die anderen beiden Begegnungen an und gehen dann wieder mal ins Stadion um Spanien - Türkei zu schauen.

Bis dahin wird das sicher ein sehr zähe Zugfahrt, ich schreibe hier gerade die Zeilen während meine anderen Kollegen bereits in den tiefsten Träumen stecken. Soll es ihnen gegönnt sein, ich mach jetzt auch die Augen zu und melde mich aus Nizza wieder. Bis dahin, bleibt sauber. Bye bye...!:)
















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